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Systemanpassung

– die Hoffnung stirbt zuletzt…

Seit mehreren Jahren wartet die Branche nun bereits auf dringend anstehende Anpassungen in den relevanten Verordnungen zur Netzentgeltsystematik sowie insbesondere auf einen aktualisierten Rahmen für reduzierte Netzentgelte für steuerbare Verbrauchseinrichtungen in der Niederspannung nach § 14a EnWG. [ . . . ]

Seit mehreren Jahren wartet die Branche nun bereits auf dringend anstehende Anpassungen in den relevanten Verordnungen zur Netzentgeltsystematik sowie insbesondere auf einen aktualisierten Rahmen für rIm Zuge des Barometer Digitalisierung wurde mit Ernst & Young (EY) und dem Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) unter Federführung von BET ein Ausgestaltungsvorschlag erarbeitet, welcher in Form eines Gutachtens nun im Laufe des 2. Quartals durch das BMWi auch veröffentlicht werden soll. ( > Barometer der Digitalisierung)

Primär geht es um die Steuerung flexibler Verbraucher wie Elektromobilität, Wärmepumpen und Batteriespeicher. Wir rechnen künftig weiter mit verstärktem Zubau dieser Lasten, welche durch Ihre Lastcharakteristik und eine mögliche marktliche Flexibilitätssteuerung einen teuren und unnötigen Netzausbau verursachen könnten. Hier geht es im Zuge der Ausgestaltung von §14a in Kombination mit der Anpassung der Netzentgeltsystematik darum, auf diese flexiblen Verbraucher zur Vermeidung von seltenen und nur kurz auftretenden Netzengpässen als Netzbetreiber zugreifen zu können. BET hat hierzu den Vorschlag der sogenannten „Spitzenglättung“ erarbeitet und vorgelegt. Eckpunkte zur Ausgestaltung können den Veröffentlichungen meiner geschätzten Kollegen Andreas Nolde und Wolfgang Zander in der ZfK oder energate newsletter entnommen werden ( > Dr. Andreas Nolde). Dabei muss für eine erfolgreiche Umsetzung auch die Netzentgeltsystematik auf den Prüfstand. Künftig wird zur effizienten Nutzung der bestehenden Netzkapazitäten die Leistung einen höheren Wert bekommen müssen.

Doch wann darf die Branche mit Bewegung in der Verordnung rechnen? Im Rahmen von Fachtagungen und Interviews wird traditionell gefordert und festgestellt, „wir müssen dies“ und „wir müssen das“. Es fehlt an der Aussage „wir haben dies getan“ und „wir haben jenes auf den Weg gebracht“. Aber so ist das wohl in der Politik.

Nach Gesprächen mit der BNetzA habe ich inzwischen den Eindruck, dass das Thema „Flexibilität“ und „Anpassung der Verordnung“ bei der Bonner Behörde derzeit nicht unbedingt prominent vertreten ist und man ein mögliches Potential auf der Lastseite, neben den unterbrechbaren Versorgungseinrichtungen (uVE) und der E-Mobilität nicht erkennen mag. Nun, solche Gespräche sind sicher nicht repräsentativ, aber eine Indikation vielleicht. Eine Verordnungsanpassung würde m.E. nur umfassend Sinn machen. Zudem sei aber auch zu bedenken (so der Hinweis der BNetzA), dass die Bundesregierung nach eigener Angabe in der laufenden Legislaturperiode keine Anpassungen der Entgeltverordnung mehr vornehmen möchte. Haben die das gesagt…?

Wir haben dennoch die Hoffnung, dass zumindest der Verordnungsprozess für die Konkretisierung des § 14a mit Erstellung eines Eckpunktepapiers durch das BMWi wenigstens im zweiten Quartal d.J. angestoßen wird, das wäre doch ein erster Schritt.

Das Konzept liegt vor und der Ball nun beim BMWi…

Ich wünsche eine gute Woche und ein energiereiches Wochenende!

Herzlichst Ihr

Micha Ries 

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