Nachhaltige Erzeugungssysteme
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Wohin bewegt sich die Altholz-Lawine?

CHANCEN „GRÜNER“ WÄRME WACHSEN

Deutschland verwertet zwei Drittel seines anfallenden Altholzes in Anlagen, deren wirtschaftliches Überleben im Wesentlichen von der EEG-Förderung abhängt. Das Auslaufen der EEG-Förderung in den nächsten Jahren wälzt den Altholzmarkt um – dabei ergeben sich neben vielen Herausforderungen auch Chancen für neue Akteure, etwa für die Erzeuger „grüner“ Wärme.


Von dem jährlichen Aufkommen von ca. 10 Mio. Tonnen Altholz in Deutschland werden heute knapp zwei Drittel thermisch verwertet – davon das meiste in Anlagen mit EEG-Vergütung, häufig ohne Wärmeauskopplung. Der übrige Teil wird im Wesentlichen stofflich in der holzverarbeitenden Industrie genutzt bzw. ein kleinerer Teil wird exportiert. Der stofflichen Verwertung sind dabei allerdings enge Grenzen gesetzt, für stärker belastetes Altholz der Altholzklassen III und IV besteht in der Regel keine Alternative als die thermische Verwertung – knapp 50 % des anfallenden Altholzes entfallen auf diese Altholzklassen.

Waren die Aufteilung der Nutzungsarten in den letzten zehn Jahren relativ ähnlich, steht der Altholzmarkt nun vor einer tiefgreifenden Umwälzung: Nach 20 Jahren EEG-Förderung geraten Anlagen, die wirtschaftlich von der EEG-Vergütung abhängen, erheblich unter Druck und werden nach B E T-Analysen voraussichtlich nur bei stark sinkenden Brennstoffpreisen oder deutlich höheren Strompreisen am Markt überleben. . Eine Anschlussförderung im Rahmen des EEG ist derzeit nicht vorgesehen.

Fallen in den nächsten Jahren die bestehenden Abnehmer weg, wird dies insbesondere bei Altholz mit niedriger Qualität zu deutlichen Preisrückgängen führen – in den letzten Jahren war dieser Trend schon sichtbar und wird sich zwangsläufig deutlich verstärken.

Während das Potenzial der verbesserten stofflichen Nutzung durch bessere Aufbereitung begrenzt ist, zeigen die Erfahrungen aus B E T-Projekten des letzten Jahres, dass Chancen für neue Akteure bei der thermischen Verwertung und anderen Vorzeichen bestehen: Die ausschließliche Stromerzeugung in Kondensationsanlagen wird nur bei deutlichen höheren Strompreisen ökonomisch attraktiv werden, aber die Bedeutung der „grünen“ Wärme hingegen deutlich zunehmen. Zu sehen ist dies unter anderen in geplanten Projekten in Duisburg, Braunschweig und Nürnberg.

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