Jahresrückblick 2017

und Jahresausblick 2018

Sehr geehrte Geschäftspartner,
liebe Freunde der BET,

ein energiewirtschaftlich wieder sehr spannendes Jahr neigt sich dem Ende zu. Auch diesmal erlauben wir uns traditionsgemäß wieder, die Highlights aus BET-Sicht herauszustellen und einen Ausblick auf das nicht minder spannende Jahr 2018 zu geben.

Viel Spaß bei der Lektüre!


SCHWERPUNKTTHEMEN B E T 2017
Im Zuge der Pariser Beschlüsse zum Klimaschutz geraten nun die Realisierung einer Wärmewende und eine verstärkte Sektorkopplung in den Fokus unserer Kunden. Die Reduzierung der CO2-Emissionen bei der Erzeugung von Fernwärme ist ein Ziel, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. So hat BET im vergangenen Jahr die Stadt Hamburg bei dem Projekt „Erneuerbare Wärme für Hamburg“ beraten. Gegenstand des BET-Auftrages war die quantitative Bewertung unterschiedlicher Varianten für den Ersatz des Steinkohlekraftwerks Wedel mit einem möglichst hohen Anteil an erneuerbarer Wärme. Die sich nun abzeichnende Lösung beinhaltet nicht nur den Ersatz des Kraftwerks Wedel, sondern mit der Brennstoffumstellung des zweiten Kohlekraftwerks in Tiefstack auf Gas auch den Ausstieg aus der Kohle in Hamburg. In Berlin haben sich sowohl das Land Berlin als auch die Vattenfall Europe Wärme das langfristige Ziel der Klimaneutralität gesetzt. Dazu wurde BET jüngst mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum Ausstieg aus der Kohle bei der Fernwärmeerzeugung bis spätestens 2030 beauftragt.

Mit zwei softwarebasierten Lösungsansätzen zum Asset Management in den Bereichen Wissensmanagement und Risikomanagement haben wir im Zuge der Digitalisierung Neuland betreten. Wir helfen Netzbetreibern ab sofort nicht nur methodisch-konzeptionell, sondern fungieren auch in der systemseitigen Umsetzung als Plattform-Partner. Die Beteiligung von mehreren Pilotkunden stellt die Praxistauglichkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung sicher.

Um die Diskussion zu neuen Geschäftsmodellen anzuregen, haben wir unter www.versorgerplus.de innovative Ideen für zukünftige Dienstleistungen von EVU zusammengetragen. Neue Wege gehen wir auch bei der effizienten Wissensvermittlung: In einem Webinar zum Thema Einführung eines Betriebsmanagementsystems wurde unseren Kunden ein zentraler Baustein zur Digitalisierung des Netzbetriebs erläutert. Auch Art und Umfang der mit BET durchgeführten Organisationsprojekte nehmen zu. Bei Fragen zu Organisationsgestaltung, zum Abbau von Hierarchieebenen und Prozessexzellenz spielen funktionsorientierte Benchmarks zur Gesamtaufstellung zunehmend eine Rolle.

Das Jahr 2017 war beim Thema Regulierung nicht weniger spannend. Neben der Kostenprüfung Strom und beginnenden Anhörungsverfahren beim Gas kam eine Vielzahl von neuen Datenmeldungen hinzu.

LEUCHTTURMPROJEKTE B E T 2017
Vor dem Hintergrund der erwarteten Entwicklung der E-Mobilität, Stromspeicher und Sektorkopplung wird die netzverträgliche Integration dieser neuen flexiblen Lasten immer intensiver diskutiert. Die Ergebnisse der im Jahr 2016 begonnenen dena-Netzflexstudie haben wir (gemeinsam mit dena und Prof. Zdrallek, Universität Wuppertal) im März 2017 mit großer öffentlicher Resonanz vorgestellt. 2018 wird auch ein spannendes Jahr für die Beleuchtungsbranche werden.

Wir konnten aufzeigen, dass ein kombinierter netz- und marktorientierter Flexibilitätseinsatz für alle Akteure große Vorteile bietet und die dabei potenziell auftretenden Nutzungskonflikte durch gezielte Anpassungen der regulator-ischen Rahmenbedingungen effizient bewältigt werden können.

Vor dem Hintergrund steigender Flexibilitätsanforderungen im Energieversorgungssystem rückt auch die Netzentgeltsystematik im In- und Ausland immer stärker in den Fokus der Diskussion. B E T führt derzeit für das Institut Luxembourgeois de Régulation (ILR) in Luxemburg eine Studie zur geeigneten Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik mit dem Ziel durch, flexibilitätskonforme neue Nutzungs-produkte und die Entwicklung eines gesamtenergie-wirtschaftlich effizienten Energieversorgungssystems zu ermöglichen.

Ein Dauerthema war 2017 auch wieder der dringend erforderliche, aber in der Umsetzung weiterhin schleppende Ausbau der Übertragungsnetze. Gemeinsam mit der dena hat BET für das BMWi einen vielbeachteten Stakeholder-Prozess moderiert zur Frage, wie die bestehenden Netze kurzfristig besser ausgelastet werden können. Im Ergebnis konnte ein Mix von Maßnahmen mit einem Einsparpotenzial von mehr als 200 Mio. € erarbeitet werden.

Die Diskussion um Konzepte zur Abschaltung der belgischen Kernkraftwerke, insbesondere der stark diskutierten Blöcke Tihange 2 und Doel 3 ging auch 2017 weiter. Dazu gab es auf Basis des gemeinsam mit dem IAEW erstellten Gutachtens verschiedene Diskussionsrunden mit politischen Vertretern der Wallonie, der deutschsprachigen Gemeinschaft, dem Landesumweltministerium und dem Landtag NRW sowie den Übertragungsnetzbetreibern Elia und Amprion.

SCHWERPUNKTTHEMEN B E T IN DER SCHWEIZ 2017
Auch die B E T Suisse AG als 100 %ige Tochter der BET hat sich in 2017 mit vielfältigen Fragen zum Umbau der Energiesysteme befasst. Zum einen wurden für ein Kantonswerk Flexibilitätspotenziale und deren mögliche Nutzung untersucht. Ein weiteres Thema war die Market Due Diligence eines Schweizer Solarteurs, welcher später dann von einem Energieversorgungsunternehmen erworben worden ist. Die Begleitung anderer, zum Teil sehr großer Transaktionen im Energiemarkt folgte. Während des gesamten Jahres wurde aber auch weiter eine Vielzahl „klassischer“ Themen aus den Bereichen Produktentwicklung, Energiebeschaffung und zur Energiestrategie 2050 bearbeitet.

SONSTIGE SCHWERPUNKTE B E T 2017
Auch in 2017 hat BET wiederum zahlreiche Transaktionen von Wind-Onshore-Projekten, PV-Großanlagen sowie Batteriespeicheranlagen begleitet. Weiterhin ist BET aber auch in Bewertungsfragen und Transaktionen der konventionellen Energiewelt (Fernwärme und Kraftwerke) aktiv eingebunden. Die bekannten Dauerbrenner Konzessionen, Netzbewertungen, technische Netzkonzepte und verwandte Themen bleiben weiter aktuell. Die Angemessenheit langfristiger Beschaffungs- und Gasspeicherverträge stand im Fokus verschiedener Schiedsverfahren, in denen BET regelmäßig ein gefragter Gutachter hinsichtlich zahlreicher Bewertungsfragen ist.
Fast alle Stromnetzbetreiber haben zum 30.06.2017 die Grundzuständigkeit für moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme angezeigt. BET hat eine Vielzahl von Netzbetreibern bei der Entscheidungsfindung erfolgreich unterstützt und wird diese auch bei der praktischen Umsetzung des Rollouts weiter begleiten.


Jahresausblick 2018


JAHRESAUSBLICK 2018
Eigentlich wollten wir hier die Ergebnisse der Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen einer neuen Regierungskoalition kommentieren. Nach dem Scheitern der „Jamaika-Gespräche“ bleibt jedoch vorerst für die Branche mehr als unklar, wie die politischen Rahmenbedingungen hinsichtlich Einhaltung der Klimaziele, Marktdesign, Zukunft von EEG und KWKG, Wärmewende, Sektorenkopplung, Weiterentwicklung der Netzentgelt- und Umlagensystematik sowie Elektromobilität gesetzt werden. Da sich alle relevanten Parteien grundsätzlich zur Einhaltung der deutschen Klimaschutzziele verpflichtet haben, wird uns die Diskussion zur Zielerreichung und damit auch das Thema Kohleausstieg erhalten bleiben. An entsprechenden Strategien werden wir mit unseren Kunden auch in 2018 verstärkt arbeiten.

SCHWERPUNKTTHEMEN B E T 2018
Das Thema der netz- und marktorientierten Steuerung flexibler Lasten und die hierzu erforderliche Digitalisierung und Automatisierung in den Verteilnetzen wird die Branche auch in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen. Zusammen mit dem Aachener Start-up envelio haben wir einen pragmatischen Lösungsansatz zur Digitalisierung und Zustandserfassung der Nieder- und Mittelspannungsnetze entwickelt, der auf großes Interesse stößt. Darauf aufbauend können die Last-/Einspeisesituationen variiert sowie simuliert werden und mittels Leistungsflussrechnung und Netzzustandsschätzung die Auswirkungen eines netz- und marktorientierten Einsatzes der Flexibilitätsoptionen für alle Marktakteure transparent gemacht werden. Mit dem Angebot eines ganzheitlichen strategischen Asset Managers mit Asset Simulation unterstützt BET zusätzlich den langfristig nachhaltigen Netzbetrieb bei unseren Kunden.

In einem weiteren Kooperationsansatz mit dem Aachener Start-up Energieloft bietet BETdie Identifikation und Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle bis zur Umsetzungsreife an. Neben der Begleitung von Innovationsprozessen steigt auch die Nachfrage nach ganzheitlichem Prozessmanagement und Funktionskosten-basierten Benchmarks bei Verteilnetzbetreibern infolge der Verschärfung der Anreizregulierung.

Bedingt durch den demografischen Wandel werden zunehmend betriebliche Altersstrukturanalysen nachgefragt. Die Transparenz über die Verteilung von Kompetenzen und Wissen in den einzelnen Organisationseinheiten hilft bei einer vorzeitigen Nachfolgeplanung und bildet eine wichtige Grundlage, um Optimierungen in der Gesamtaufstellung vorzubereiten.

Nachdem die Entwicklung der EEG-Vergütung mit der Einführung der Ausschreibungen im Jahr 2017 nur eine Richtung kannte, stehen die Zeichen für 2018 auf Stagnation bzw. leichte Erholung. Speziell für die Windenergie an Land kann die Vergütungsentwicklung aufgrund erhöhter Ausschreibungsvolumina und einer deutlich unterdurchschnittlichen Projekt-Genehmigungstätigkeit in 2017 wieder leicht steigen. Auch die erwartete Anpassung der Privilegien von Bürgerenergieprojekten wird sich positiv auswirken. Schreiben Sie Ihr Projekt und Ihr Geschäft also noch nicht ab! Nutzen Sie stattdessen die Zeit zur Verbesserung Ihrer Wettbewerbsposition, z. B. durch einen Wechsel in die nächsthöhere Turbinenklasse. Auch eine detaillierte Analyse der historischen Auktionsergebnisse und potenziellen Angebotsmengen hilft, ein optimiertes Gebot abzugeben und damit das Maximum aus Ihrem Projekt herauszuholen. BET kann auch hier mit Modell- und Methodenkompetenz unterstützen.

Neben den fast schon üblichen Fragestellungen rund um die Themen Ausschreibung, Energieeffizienz und LED-Beleuchtung stellt sich nunmehr die Frage, wie sich die Beleuchtung im Zusammenhang mit Smart City positioniert. Wie smart soll die Beleuchtung werden und wie kann sie ihren Beitrag zum Umbau der Infrastruktur und zur Digitalisierung beitragen?

LEUCHTTURMPROJEKTE B E T 2018
Wir sind sehr stolz darauf, dass wir im Oktober 2017 gemeinsam mit EY vom BMWi den Auftrag zur Bearbeitung des Projektes „Digitalisierung der Energiewende“ erhielten. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wird jährlich der Fortschritt der Digitalisierung in der Energiebranche in Form eines umfassenden Barometers gemessen und veröffentlicht. Zusätzlich werden in drei begleitenden Gutachten die Entwicklung von innovativen Geschäftsmodellen, die Anpassungserfordernisse im gesetzlichen und regulatorischen Umfeld sowie die Anforderungen an die Verfügbarkeit von Kommunikationsinfrastruktur erarbeitet.

Außerdem berät BET in Kooperation mit dem Institut für Hochspannungstechnik (IFHT) der RWTH Aachen die Bundesnetzagentur bei der Durchführung einer Referenznetzanalyse für Übertragungsnetzbetreiber nach § 22 ARegV zur Ermittlung der Effizienz der Übertragungsnetze.

SCHWERPUNKTTHEMEN BET SUISSE 2018
Die Schweizer Energiepolitik gibt der Branche derzeit neue Impulse. Das Schweizer Stimmvolk als Souverän hat sich zu einem Umbau der Energiesysteme mit einer verstärkten Rolle dezentraler, Erneuerbarer Energien entschieden. Dieser Grundsatzentscheid wurde nun mit verschiedenen Verordnungen ausgestaltet, so dass sich die Versorger nun auf die neue Welt vorbereiten werden. Diesen Prozess begleitet BET gerne. Hinzu kommt, dass durch eine klare Positionierung des Bundesamtes für Energie (BFE) der politische Druck für eine vollständige Marktöffnung wieder zunimmt.

B E T 2.0
Knapp 30 Jahre nach Unternehmensgründung ziehen sich
Dr. Wolfgang Zander und Dr. Michael Ritzau zum 31.12.2017 aus der Geschäftsführung zurück. Voreiligen Gerüchten, dass sich Mick und Wolfgang bereits jetzt so langsam in den Ruhestand verabschieden, muss jedoch vehement widersprochen werden! Sie bleiben der BET als Gesellschafter weiterhin treu, werden in ausgewählten Projekten ihre langjährige Branchenerfahrung weiter einbringen und für Sie als Ansprechpartner unverändert da sein. Den Einstieg in den Generationenwechsel haben wir genutzt, um unsere Organisation und interne Prozesse zu verschlanken. Mit unserer neuen schlagkräftigen Partnerorganisation können wir Sie so zukünftig noch schneller und mit höchster Fachkompetenz und interdisziplinärer Vernetzung bei Ihren Fragen und Herausforderungen unterstützen.

B E T ENERGIEFORUM 2018
Das Forum, welches sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe im energiewirtschaftlichen Veranstaltungskalender gemausert hat, werden wir am 19. und 20. April 2018 auf 1 Tage erweitern. Das bekannte Konferenz-Format wollen wir dabei um kleinformatigere Angebote mit Workshop-Charakter am 2. Tag ergänzen. Und dazwischen kommt natürlich das Feiern unseres 30-jährigen Jubiläums definitiv nicht zu kurz! Rechtzeitig im neuen Jahr erhalten Sie hierzu unsere herzliche Einladung!

Wir wünschen einen guten Rutsch und freuen uns auf die Fortsetzung unserer erfolgreichen Zusammenarbeit im neuen Jahr!

Alexander Kox   /   Michael Ritzau   /   Olaf Unruh   /   Wolfgang Zander

und das gesamte BET-Team!