Barometer Digitalisierung der Energiewende

Digitalisierungsbarometer evaluiert Fortschritt und setzt Impulse

Impuls zur Flexibilisierung: Modell "Spitzenglättung"

Webbeitrag von 30.01.2019
von Wolfgang Zander und Ulrich Rosen

 

Im vergangenen Jahr konnten mehr als 1,7 Mio. dezentrale Erzeugungsanlagen den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix erstmals auf über 40 % steigern. Das klingt nach einer Erfolgsgeschichte, aber: Auch neue flexible Lasten – allen voran die Elektromobilität – drängen in das System. Sind die Marktregeln und die notwendige Digitalisierung des Energiesystems dafür ausgereift oder hinken wir hinterher?

Mit dem 2016 in Kraft getretenen Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende hat die Bundesregierung einen wichtigen Schritt für das Gelingen der Energiewende gemacht. Zur Begleitung der Umsetzung beauftragte das BMWi im Herbst 2017 EY, B E T und WIK mit der Erstellung des „Barometer Digitalisierung der Energiewende“ sowie drei weiterer Gutachten zu den Topthemen Verbraucher und Geschäftsmodelle, Flexibilisierung sowie Telekommunikationsinfrastruktur. Nach einem Jahr intensiver Diskussionen mit der Politik und Branchenvertretern wurden die Gutachten zum Jahresende 2018 fertiggestellt und sollen voraussichtlich im ersten Quartal 2019 veröffentlicht werden.

Im Rahmen des Gutachtens zu Topthema 2 wurde im Schwerpunkt das Modell der „Spitzenglättung“ erarbeitet, das in der beginnenden Branchendiskussion schon breite Beachtung gefunden hat. Der aktuelle Ordnungsrahmen sieht zwar mit § 14a des EnWG eine netzseitige Steuerung flexibler Verbrauchseinrichtungen in Niederspannung grundsätzlich vor, enthält aber keine genaueren Ausführungsbestimmungen. Mit dem Modell der Spitzenglättung und der Einführung einer „bedingten Netznutzung“ für flexible Verbraucher liegt nun ein konkreter Vorschlag für ein neues Netzzugangs- und Netzentgeltsystem vor. Dies ermöglicht insbesondere auch die reibungslose Integration der Elektromobilität in das Energiesystem, vermeidet dabei volkswirtschaftlich ineffizienten Netzausbau und schafft bessere Rahmenbedingungen für innovative Geschäftsmodelle.

Mit dem Modell „Spitzenglättung“ nimmt die Digitalisierung des Energiesystems konkrete Gestalt an. Dazu gehört der Aufbau einer kontinuierlichen Netzzustandsüberwachung in den heute weitestgehend noch als „Black Box“ geführten Niederspannungsnetzen. Im Vorfeld hierzu muss auch die Netzplanung digitalisiert und automatisiert werden. Aber auch die Vertriebe müssen zunehmend digitale Geschäftsmodelle für die Bewirtschaftung der dezentralen Flexibilitäten entwickeln und umsetzen. Gemeinsame Basis für all diese Aktivitäten ist eine IKT-Infrastruktur mit Smart-Meter-Gateways und zuverlässigen, cybersicheren Kommunikationsnetzen.

Damit all dies reibungslos und rechtzeitig funktioniert, muss der Ordnungsrahmen zügig angepasst werden. Die Akteure müssen sich auf die neuen Anforderungen vorbereiten: Das Digitalisierungsbarometer zeigt steigenden (Handlungs-)Druck an!

Pressespiegel

"Wir müssen raus aus den Silos", in: Energie & Management 01.02.2019

Interview mit Dr. Helmut Edelmann (EY) und Dr. Wolfgang Zander

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Abschied von der Kupferplatte, in: ZfK 02/2019

Fachbeitrag von Dr. Andreas Nolde und Dr. Wolfgang Zander

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"Die Sektorenkopplung reißt die Mauern ein: Digitalisierung in allen Sparten", in: gwf 01/2019

Fachbeitrag von Dr. Andreas Nolde, Stefan Brühl, Dr. Wolfgang Zander

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> Website BMWi

Barometer Digitalisierung der Energiewende - Ein neues Denken und Handeln für die
Digitalisierung der Energiewende
Berichtsjahr 2018

Dr. Wolfgang Zander
Generalbevollmächtigter

wolfgang.zander.at.bet-energie.de
+49 241 47062-410

Profilseite

Ulrich Rosen
Partner

ulrich.rosen.at.bet-energie.de
+49 241 47062-414

Profilseite

Digitalisierungsfortschritt: Barometer-Berichte

Digitalisierungs-Barometer evaluiert den Digitalisierungsprozess der Energiewende

 

Barometer Digitalisierung der Energiewende: Berichtsjahr 2018

Der erste Barometer-Bericht von EY wurde am 30.01.2019 auf den Seiten des BMWi veröffentlicht: "Der Bericht verdeutlicht, wie wichtig die Digitalisierung für das Gelingen der Energiewende ist. Zugleich zeigt er erheblichen Nachholbedarf bei den Akteuren – sowohl bei Unternehmen als auch bei Behörden – und gibt Handlungsempfehlungen. Das von unabhängigen Experten im Auftrag des BMWi erstellte Barometer begleitet fachlich den Digitalisierungsfortschritt und richtet sich an die Energiewirtschaft sowie an Politik, Verwaltung und die interessierte Öffentlichkeit."

 

 

Projektrahmen

Das Digitalisierungsbarometer wird als Fortschrittsmesser jährlich die Umsetzung der Energiewende abbilden und bewerten.

  • EY, B E T und WIK vom BMWi als Gutachter über fünf Jahre beauftragt
  • Beirat aus Verbänden und Wirtschaft bringt Perspektive der betroffenen Interessensgruppen in das Projekt ein
  • Gutachten geben Empfehlungen für die Einbindung der Verbraucher, den Ausbau der Infrastruktur oder einen flexiblen Energiemarkt

Ziel ist es, bis 2021 jährlich ein Digitalisierungs- Barometer zu erstellen, das den Fortschritt der Energiewende widerspiegelt. Drei darüber hinaus gehende Gutachten sollen zudem Impulse setzen und Handlungsempfehlungen für ausgewählte Top-Themen geben.

Zu den Gutachtern zählen die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY), das Beratungsunternehmen BET Büro für Energiewirtschaft und technische Planung GmbH (B E T) sowie das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK).

 Pressemitteilung zum Projektstart vom 31.01.2018