Wasserwirtschaft

Alles im Fluss - Der "BET-Wasserclub"

Schon seit Jahrzehnten begleitet BET die Entwicklungen der Wasserwirtschaft. Dies ist eine wichtige Säule unseres Anspruchs als Beratungsunternehmen, unsere Kunden aus der Energie- und Wasserwirtschaft spartenübergreifend über die gesamte Wertschöpfungskette zu unterstützen.

Aufgrund der vielen Besonderheiten in der Wasserwirtschaft haben wir unsere Aktivitäten und Beratungslösungen für die Wassersparte im "BET-Wasserclub" gebündelt. Der BET-Wasserclub ist interdisziplinär besetzt und stark vernetzt mit unseren weiteren Beratungsthemen, um für Sie die optimale Lösung zu finden.

Wasserkonzessionen

Neben Konzessionsverfahren in den regulierten Sparten begleiten wir auch Wasserkonzessionsverfahren sowohl auf Vergabe-, als auch auf Bewerberseite. Da es für die Vergabe von Wasserkonzessionen keine Spezialregelungen wie für Strom- und Gaskonzessionen nach §§ 46 ff EnWG gibt, existieren bei der Gestaltung des Verfahrens größere Unsicherheiten, die aber gleichzeitig auch Gestaltungsspielräume lassen. Dies erlaubt es zum Beispiel, die besonderen Anforderungen an die Trinkwasserqualität individuell hervorzuheben. Jedenfalls gelten auch hier nach herrschender Meinung die Vorgaben des Europäischen Primärrechts, die besagen, dass auch Wasserkonzessionen in einem wettbewerblichen, diskriminierungsfreien und transparenten Verfahren vergeben werden müssen.  

In diesem Bereich, der zunehmend in den Fokus der Kartellbehörden rückt, haben wir bereits umfangreiche Projekterfahrung gesammelt. Gerne teilen wir diese Erfahrung mit Ihnen und kombinieren diese für Sie mit unserer grundlegenden technischen und wasserwirtschaftlichen Expertise.

Wasserassets

Ebenfalls nicht geklärt ist die Kaufpreisermittlung bei Wasserversorgungsnetzen und –anlagen, oft benötigt im Zusammenhang mit Konzessionen, aber auch bei Fusionen von Wasserversorgern, der Verpachtung von Netzen oder der sonstigen Veräußerung von Assets. Während das branchenweit bekannte Kaufering-Urteil von 1999 den Sachzeitwert bei Strom- und Gasnetzübernahmen als unbillig erklärt, ist dieser bei der Kaufpreisermittlung von Wassernetzen zulässig. Die Wahl der Bewertungsmethode ist somit regelmäßig ein Streitpunkt zwischen den abgebenden und aufnehmenden Unternehmen. Unsere Kunden können sich auf unsere jahrelange Erfahrung bei der Kaufpreisermittlung von Wassernetzen verlassen. Wir unterstützen Sie diesbezüglich in verschiedensten Anliegen.

Wasserpreise

Nicht nur für die Berechnung des Ertragswertes spielt die Wasserpreiskalkulation eine große Rolle. Die Anforderungen an die Wasserpreise sind vielfältig: sie sollen die Kosten decken, verursachungsgerecht verteilt sein, zum Wassersparen anreizen und natürlich die kartellrechtliche Prüfung (bzw. im Gebührenrecht die Prüfung der Kommunalaufsichtsbehörde) bestehen. Ein Bestandteil davon ist auch die Ermittlung von Löschwasserkosten.

Gemeinsam mit unseren Kunden prüfen wir die genauen Anforderungen und kalkulieren die Preise basierend auf den individuellen Anforderungen. Der Vergleich der Wasserpreise mit der BET-Wasserpreisdatenbank, in der die Wasserpreise der bundesweit ansässigen Wasserversorger enthalten sind, vermittelt eine fundierte Einordung der eigenen Preise gegenüber einer ausgewählten Vergleichsgruppe. 

> Löschwasserkosten
> Preiskalkulation

Wasser. Weiter denken

Neben den sehr wasserspezifischen Themen beschäftigen sich die Wasserversorger aber auch mit den globalen Trends, wie der Digitalisierung, dem demografischen Wandel oder dem allgemein steigenden Kostendruck. Informieren Sie sich gerne auf unserer Website oder bei uns persönlich über unsere relevanten Beratungsangebote, wie zum Beispiel über


Ansprechpartnerin

Tamara Preuß
Beraterin


+49 241 47062-445


Löschwasser

Webbeitrag 18.03.2019

--------------------

Die Bereitstellung von Löschwasser ist Teil der Daseinsvorsorge, die eigentlich von den Kommunen erbracht werden muss. Diese wird in der Regel durch den Wasserversorger durchgeführt. Welche Kosten entstehen und wer trägt diese?

Wer zahlt eigentlich die Sicherstellung der Löschwassergrundversorgung?

Die Sicherstellung der Löschwassergrundversorgung obliegt in den meisten Bundesländern der Verantwortlichkeit und Trägerschaft der Kommunen und wird vorwiegend über das öffentliche Trinkwassernetz sichergestellt. Bei privatrechtlich organisierten Versorgungsunternehmen bietet sich die vertragliche Regelung hinsichtlich Sicherstellung von Leistungen und deren Finanzierung im Rahmen der Wegenutzungsverträge an. Zu beachten ist, dass in diesen Fällen die Kosten, welche durch die Sicherstellung der Löschwassergrundversorgung anfallen und im Rahmen der Sicherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung erfolgen, nicht dem Endkunden über die Wasserpreise in Rechnung gestellt werden dürfen.

In der Praxis erfolgt keine Systemtrennung zwischen Trinkwasser- und Löschwassergrundversorgung. Die Versorgung geschieht durch ein und dasselbe Versorgungsnetz. Vor diesem Hintergrund bedarf es einer belastbaren Abgrenzung der Kosten zur Sicherstellung der Löschwassergrundversorgung.

Wie erfolgt die Kostenabgrenzung zwischen Löschwasserbereitstellung und Trinkwasserversorgung?

Bei der Dimensionierung eines Verteilnetzes sind zwei Aufgaben zu erfüllen – die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und die Abdeckung des Löschbedarfes im Brandfall. Grundsätzlich kann als wesentliche kostentreibende Funktion der Wasserversorgungssysteme der Spitzenbedarf im Versorgungs-gebiet angesehen werden. Dieser wird durch den Bedarf der jeweiligen Kundengruppen und deren Abnahmeverhalten oder aber durch die Sicherstellung der Löschwassergrundversorgung beeinflusst.

Die Schwierigkeit besteht darin, die Kosten zwischen Löschwassergrundversorgung und Trinkwasserversorgung abzugrenzen.

Grundlage für die Ermittlung der Löschwasserkosten ist die Überlegung, dass technische Versorgungseinrichtungen für die Bereitstellung von Löschwasser größer dimensioniert wurden, als es für die reine Trinkwasserversorgung erforderlich gewesen wäre. Potenziell betroffen sind:

  • Leitungen
  • Hydranten
  • Hochbehälter
  • Pumpwerke

So sind beispielsweise Rohrleitungen mit einem größeren Durchmesser allein deshalb verlegt worden, damit diese die erforderlichen Löschwassermengen führen können. Im Falle einer (fiktiven) reinen Trinkwasserversorgung, bei der Löschwasser über andere Wege bereitgestellt würde, wäre ein Leitungsnetz mit geringeren Leitungsdurchmessern ausreichend gewesen.

Die Mehrkosten, die durch die größere Dimensionierung entstehen, können nun der Löschwasservorhaltung zugeordnet werden. Hierbei sollten sowohl die Kapitalkosten als auch die Betriebskosten berücksichtigt werden.

In welcher Bandbreite liegen nun die Kosten, die der Löschwasserbereitstellung zuzuordnen sind?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, da die individuelle Kostensituation, die vorherrschenden Preise für die Mehrdimensionierung und das Versorgungssystem berücksichtigt werden müssen. Im Rahmen von verschiedenen Untersuchungen wurde durch B E T eine Bandbreite für die Kosten der Löschwasserbereitstellung von 2 % bis 8 % an den Gesamtkosten der Wasserversorgung ermittelt.

Und nun?

Die Wasserpreise stehen in letzter Zeit häufiger unter Beobachtung der Kartellämter und der Verbraucher. Zusätzlich muss auch die Wassersparte einen wirtschaftlichen Beitrag leisten. Insofern sollte jeder Wasserversorger prüfen, ob eine sachgerechte Verrechnung der Kosten für die Löschwasserbereitstellung gegeben ist