Elektromobilität
2021/02

Elektromobilitätsstrategie für EVU: Wichtige Fragen, richtige Antworten

Die Verkehrswende führt dazu, dass ein enormes Umsatzpotential von der Erdölindustrie zu den Stromversorgern wandert. Doch die Elektromobilität bringt auch Herausforderungen mit sich. Als Querschnittsthema ist fast jeder Unternehmensbereich der Energieversorger (wie Stadtwerke) und Netzbetreiber betroffen. Eine ganzheitliche Elektromobilitätsstrategie hilft, Auswirkungen auf das Unternehmen zu erkennen und die Chancen zu ergreifen.

Der Durchbruch ist zweifellos geschafft, das exponentielle Wachstum ist da: Die Zahl an E-PKW hat sich allein im Jahr 2020 mehr als verdoppelt und auch in den ersten Monaten des Jahres 2021 wurden wieder mehr als doppelt so viele E-Autos zugelassen wie im selben Zeitraum des Vorjahres. Mehr als 600.000 elektrisch betriebene Fahrzeuge sind auf deutschen Straßen unterwegs.
Angesichts weiterhin großzügiger Förderprogramme für Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur sowie des strategischen Bekenntnisses der Automobilindustrie zur Elektromobilität scheint der Trend nicht mehr aufzuhalten zu sein. Energieversorger und Netzbetreiber stellt diese Entwicklung vor besondere Aufgaben: Die Elektromobilität wirkt sich auf nahezu alle Unternehmensbereiche aus, was abteilungsübergreifende Koordination und Wissensaustausch erforderlich macht.
Aus diesem Grund ist eine unternehmensweite Elektromobilitätsstrategie essenziell, um die verschiedenen Herausforderungen zu identifizieren, Lösungen aufzuzeigen und Synergieeffekte zu heben. Das B E T-Strategiemodell ermöglicht, die relevanten Fragestellungen zu identifizieren. Im Folgenden sind einige der Fragestellungen skizziert, die für EVU zunehmend an Relevanz gewinnen:

  • Wie entwickelt sich der Markt?

Auch wenn die bundesweiten Zahlen der Neuzulassungen eine deutliche Sprache sprechen, ist die regionale Entwicklung des Hochlaufs im eigenen Versorgungsgebiet zu quantifizieren. Hierbei muss insbesondere abgeschätzt werden, wann welche Kunden auf Elektromobilität umsteigen, und auch die Positionierung der Gesellschafter (z. B. der Kommune) ist von hoher Bedeutung. Individuelle Hochlaufszenarien und Kundenanalysen helfen Versorgern, sich rechtzeitig auf die Verkehrswende einzustellen.

  • Was heißt der Hochlauf der Elektromobilität für unsere Verteilnetze und Messinfrastruktur?

Dass die Verteilnetze stark vom Hochlauf der elektrischen Mobilität betroffen sein werden, ist unumstritten. Doch wird dies nicht flächendeckend der Fall sein. Umso entscheidender ist es, die entstehenden „Hotspots“ der Elektromobilität vorausschauend zu identifizieren und potenzielle Engpässe in den Verteilnetzen frühzeitig zu erkennen. Zukünftige Ladeinfrastruktur muss in der Netzentwicklung berücksichtigt werden und auch die Messkonzepte für private und öffentliche Ladeinfrastruktur geeignet ausgestaltet werden.

  • Welcher Handlungsbedarf besteht bei Vertrieb und Dienstleistungen?

Eine zentrale Frage für viele Energieversorger ist jene nach profitablen Geschäftsmodellen. Geeignete Vertriebsprodukte (auch Bündelprodukte) im Themenfeld Elektromobilität müssen entwickelt, eingeführt und vertrieben werden. Hierzu gehören bspw. Fahrstromtarife (auch auf Basis von § 14a EnWG), der Vertrieb von privater Ladeinfrastruktur, Dienstleistungen wie die Installation von Ladepunkten oder die Beratung von Kommunen und Unternehmen bei der Flottenumstellung.

  • Welche Auswirkungen ergeben sich durch die Elektromobilität auf Erzeugung und Handel?

Um Treibhausgasemissionen reduzieren zu können, müssen E-Fahrzeuge mit Strom auf Basis Erneuerbarer Energien geladen werden. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur sollte deswegen durch einen zielgerichteten Ausbau entsprechender Kapazitäten begleitet werden. Für die zusätzliche Nachfrage sind Energie (und ggf. Grünstromzertifikate) zu beschaffen – mit Kenntnis des Nutzerverhaltens von Elektromobilisten kann außerdem die Beschaffung optimiert werden.

  • Was heißt das alles für die interne Organisation?

Die angesprochenen Themen schlagen sich unweigerlich in den internen Strukturen und Prozessen nieder und auch der Ausbau von Know-how und ein systematisches Wissensmanagement sind erforderlich. Des Weiteren muss eine Projekt- und Innovationskultur etabliert werden, um kundenorientierte Elektromobilitätsprodukte entwickeln zu können. Zudem muss der Finanzierungsbedarf für das Aufsetzen neuer Geschäftsmodelle identifiziert und möglichst mit vorhandenen Fördermitteln untermauert werden.


Diese und weitere wichtige Fragen müssen durch Energieversorger und Netzbetreiber zeitnah mit den richtigen Antworten versehen werden, damit man sich als Gewinner im Themenfeld gegen eine Vielzahl neuer Akteure behaupten kann. Relevante Themen für ihre individuelle Elektromobilitätsstrategie müssen identifiziert werden um sich ganzheitlich und rechtzeitig auf die Verkehrswende einzustellen. Nutzen Sie gerne unser B E T-Strategiemodell oder sprechen Sie uns an, um zentrale Fragestellungen für Ihr Unternehmen zu formulieren und zu lösen.
 


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