IT & Datenmanagement
2021/04

Fristgerechte Umsetzung Redispatch 2.0 bei den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm

Das Projekt Redispatch 2.0 bei der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH (SWU) ist im Zeitplan so weit fortgeschritten, dass die fristgerechte Umsetzung einer ersten Version zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an den Anschlussnetzbetreiber und an den Einsatzverantwortlichen erfolgen kann. Die großen Herausforderungen wurden angenommen, Lösungen im Verbund mit starken Partnern gefunden und realisiert. Der hierzu erforderliche Aufwand ist beträchtlich und wird auch im „laufenden Betrieb“ in der Zukunft zusätzliche Ressourcen binden. Der technische Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH, Wolfgang Rabe, konstatiert, dass es gelingen wird, die gesetzlichen Anforderungen innerhalb eines sehr eng gesetzten zeitlichen Rahmens und sich im Projektverlauf ändernder Rahmenbedingungen, trotz anfänglicher Skepsis von einigen Akteuren in der Branche zeitgerecht zu erfüllen.

Eine große Herausforderung in dem Projekt ist u.a. die Komplexität der netzbetreiber-übergreifenden Koordinierung.  Im Netzgebiet der SWU befinden sich derzeit ca. 200 Erzeugungsanlagen mit einer Leistung > 100 kW, insgesamt sind mehr als 6.000 Anlagen angeschlossen. Abstimmungen mit drei vorgelagerten Netzbetreibern in zwei Regelzonen sind durchzuführen. Eine weitere Herausforderung stellen die „mit heißer Nadel gestrickten“ Vorgaben zu den Prozessen, die auch heute noch regelmäßig angepasst werden, dar.

Die SWU hat als Stadtwerk mittlerer Größe eine erhebliche Anstrengung unternommen und fachbereichsübergreifend Ressourcen aktiviert und motiviert und zusätzlich mit externer Projektunterstützung durch BET die Voraussetzungen für Redispatch 2.0 geschaffen. Hinzu kommen Aufwendungen für externe Dienstleistungen, u. a. beim Erstellen der Netztopologie, sowie zum Aufbau neuer und der Weiterentwicklung bestehender IT-Systeme. Die neuen Prozesse erfordern beim Übergang in die Linie zusätzliche (Personal-)Ressourcen und weiteren Skill-Aufbau.

Das Projekt ist im Sommer 2020 gestartet und nach Ermittlung der Betroffenheit wurde die Eigen- und Fremdleistungstiefe auf Basis der verfügbaren Ressourcen und der Projektzielsetzung festgelegt. In dem Zuge wurden die Prognose, Netzzustandsanalyse, Redispatch-Dimensionierung und die Connect+ Anbindung an emsys grid services GmbH aus Oldenburg vergeben. 

Die Bilanzkreisbewirtschaftung des RD-Bilanzkreises übernimmt die SWU Energie GmbH. Anlagenbetreiber werden auf Wunsch in den Rollen des EIV/BTR durch den assoziierten Vertrieb der SWU Energie GmbH unterstützt. Für diese Unterstützung wurde eine Portallösung der SOPTIM AG/esterion GmbH implementiert. Für die RD 2.0 Erweiterung der MaBiS und der Abrechnung wird das bestehende SAP IS-U angepasst. 

Heute ist die erforderliche Netztopologie aufgebaut und mit systemübergreifend einheitlichen Betriebsmittelbezeichnungen versehen. Der Datenaustausch mit emsys läuft automatisiert ab. Die Netzleitstelle ist auf den Empfang und die Ausführung von Abrufen vorbereitet. Es finden Schulungen für die emsys-Lösung statt. 

„Nach dem Projekt ist vor dem Projekt“ – Redispatch 2.0 ist sicher am 01.10.2021 nicht vollständig in der Branche eingeführt. Analog zu energiewirtschaftlichen Prozess-Erweiterungen in der Vergangenheit werden weitere Updates und Releases von Redispatch folgen.
 


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