Erneuerbare Energien
2020/04

Grüne Wärme

Bringen die neue Fördermöglichkeiten für grüne Wärme im aktualisierten KWKG den Durchbruch?

Mit der Novellierung des KWKG im Rahmen des Kohleausstiegsgesetzes vom 8. August diesen Jahres wurde mit dem „Bonus für innovative erneuerbare Wärme“ im KWKG ein neues Förderinstrument geschaffen. Dieser Bonus für „grüne Wärme“ hebt deren Bedeutung deutlich hervor, führt aber zur Notwendigkeit der Neubewertung geplanter oder in Umsetzung befindlicher Wärmeprojekte.

Während der Gesetzgeber der Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien mit dem EEG ein eigenes Gesetz gönnt, wird die Erzeugung von Wärme nur indirekt über die Verklammerung mit einer KWK-Anlage im Rahmen des KWKG gefördert. Gegenüber einer Einspeisevergütung erhöht dies deutlich die Komplexität, da nicht nur die Wärmeerzeugungsanlage selbst, sondern auch eine an das Förderregime und die vorhandene Wärmesenke angepasste KWK-Anlage mitgeplant werden muss. 

Deutlicher Unterschied zur Förderung von innovativen KWK-Systemen

Bisher förderte das KWKG die Bereitstellung von „grüner Wärme“ nur in Form sogenannter „innovativer KWK-Systeme“. Während die technischen Vorrausetzungen für den Erhalt einer Förderung aus einem dieser beiden Instrumente relativ ähnlich sind, ist die Art der finanziellen Unterstützung grundsätzlich anders: 

Der „Bonus für innovative Wärme“ ist ein im Gesetz fixierter Aufschlag auf die gezahlten KWK-Zuschläge, der in Abhängigkeit der eingespeisten erneuerbaren Wärme gezahlt wird. Die Besonderheit dieser Förderung ist, dass hier der Zuschlag auf den erzeugten KWK-Strom und nicht auf die erzeugte grüne Wärme bezogen ist. Dabei kann sich dieser Aufschlag bei veränderter Einspeisung von Jahr zu Jahr unterscheiden und die Fördersätze steigen mit zunehmender Wärmeeinspeisung überproportional an. Dies bietet den Vorteil, dass auf diese Weise auch der sukzessive Umbau eines Wärmesystems hin zu einem emissionsarmen System (was durchaus einige Jahren dauern kann) angereizt wird. So ist eine finanzielle Vergütung bereits ab einem fünfprozentigen Anteil erneuerbarer Wärme an der sogenannten Referenzwärme möglich. 

Die finanzielle Förderung eines „innovativen KWK-Systems“ wird hingegen gänzlich anders geregelt: Im Rahmen der KWK-Ausschreibungen zur Bestimmung des gezahlten KWK-Zuschlages wird für diese Systeme ein gesondertes Ausschreibungsvolumen vorgehalten; sie müssen also nicht mit normalen KWK-Anlagen im Rahmen der KWK-Ausschreibung konkurrieren. In Verbindung mit deutlich gesteigerten Höchstwerten für die Gebotsabgabe ließen sich zumindest in den bisherigen Ausschreibungen wesentlich höhere KWK-Zuschläge als im normalen Ausschreibungsvolumen realisieren. Eine der Voraussetzungen ist dabei, dass die Einspeisung von erneuerbarer Wärme mindestens 30 % der Referenzwärme betragen muss. Die Beratungspraxis zeigt, dass auch hier einige Tücken lauern: So steigt dieser Mindestanteil auf 35 % der Referenzwärme für innovative KWK-Systeme an, die nach dem 01.01.2021 an einer Ausschreibung teilnehmen. Bestehende Konzepte sind somit zwingend auf die Erfüllung dieser Anforderung zu prüfen!

Bewertung von Wärmeprojekten verlangt künftig Berücksichtigung beider Förderregime

Bei allen Unterschieden bieten beide Förderinstrumente einen attraktiven Anreiz für die Nutzung von grüner Wärme und verlangen schon deutlich vor Vorhabenbeginn nach einer detaillierten Bewertung. Welches dieser beiden Förderinstrumente wirtschaftlich interessanter ist, kann dabei nicht pauschal beantwortet werden, sondern muss individuell geprüft werden. So hängt dies neben den genutzten Komponenten von den individuellen Randbedingungen in den jeweiligen Wärmesystemen, aber auch von der jeweiligen Bietstrategie bei Teilnahme an den Ausschreibungen ab.

PDF-Download Ausschreibung nach KWKG

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