Organisation & Prozessmanagement
2020/02

Organisationen im Krisenmodus – was ist jetzt wichtig?

Schlüsselpersonal identifizieren – Personal richtig dimensionieren

Was macht den Erfolg eines EVU in der Krise aus? Die Pandemiepläne betonen einen laufenden, engen Austausch mit den Verantwortlichen, die tägliche Bewertung der aktuellen Lage, eine regelmäßige Ableitung von Maßnahmen und laufende Kommunikation mit den Verantwortlichen. Die Voraussetzung hierzu ist es, als Führungsteam gut abgestimmt zu sein. Das hilft in der Bewältigung der jüngsten Ereignisse.

Damit die Teamarbeit auch in einer dynamischen Ausnahmesituation und unter den erschwerten Bedingungen virtueller Arbeitsräume gut funktioniert, sind mehrere Aspekte in der Kommunikation entscheidend: eine gemeinsame Sicht und Interpretation der aktuellen Lage, klare Entscheidungswege und ein positiver und offener Kommunikationsstil, der zu dem schon vorhandenen Druck nicht noch mehr Stress und Belastung aufbaut. Diese Eigenschaften gilt es dann nicht nur für wenige Stunden, sondern wie aktuell zu beobachten ist, über mehrere Wochen oder sogar Monate aufrechtzuerhalten. Informationen zur aktuellen Lage prasseln im Minuten- oder Stundentakt herein und müssen verarbeitet werden. Die Krise wird zum Alltag. Diese besondere Herausforderung erfordert für alle Betroffenen und Verantwortlichen ein erhöhtes Maß an Unsicherheitsreduktion: Welche Entscheidung ist die richtige? Geschieht dies nicht, ist aus der Teamforschung bekannt, dass Ausnahmesituationen durch ihre komplexen Anforderungen mentale Belastungsreaktionen hervorrufen: Die Bereitschaft, den Blick für die aktuellen Entwicklungen offenzuhalten verengt sich, das Team erlebt einen mentalen „Tunnelblick“, die eigenen Handlungsoptionen werden nicht mehr breit genug gedacht. 

Klare Strukturen, eindeutige Zuständigkeiten und Abläufe z. B. in Form eines gelebten Krisenhandbuchs sichern in einer hohen Unbestimmtheit Orientierung und Routine. Sie helfen dem Einzelnen, mental leistungsfähig zu bleiben und sich auf die Krisenbewältigung zu fokussieren. Weitere wertvolle Teamressourcen sind tägliche – online – Gesprächsroutinen, in denen auch die eigene psychische und physische Belastung thematisiert werden kann. Eine neue Form von Kreativität und auch die gemeinsame positive Erinnerung an vergangene und bewältigte Krisen oder Notsituationen aktiviert, auch für den zukünftigen Normalbetrieb, die gemeinsame Resilienz. 

Bemerkenswert ist die veränderte Wahrnehmung dessen, was Schlüsselpersonal für das Unternehmen ist. In der Krise sehen wir die Kernprozesse der Organisation in einem neuen Licht. Es wird deutlich, wie wichtig ein gutes Zusammenspiel zwischen den Kernfunktionen des Unternehmens ist und welche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen notwendig und unerlässlich sind, um den Betrieb der kritischen Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Und es wird ebenso offensichtlich, welche Tätigkeiten aktuell nicht zwingend nötig sind. Diese werden entweder auf einen anderen Zeitpunkt zur Abarbeitung vertagt oder wir erleben, dass sie mit den sprunghaft ansteigenden Lösungen zur Digitalisierung langfristig an Bedeutung verlieren. In jeder Krise liegt auch eine Chance, Etabliertes neu zu bewerten und das Unternehmen an der richtigen Stelle sicher für die Zukunft aufzustellen.

Falls Sie schon heute darüber nachdenken, welche Schlussfolgerungen aus der Krise Sie für Kernfunktionen und das Schlüsselpersonal ziehen: Mit der Webapplikation www.bet-energie.de/akku können wir auch im virtuellen Raum Organisationsanalysen durchführen. Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhalten eine Einführung per Webkonferenz und geben alle Daten von zu Hause aus ein. 


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