Netzinfrastruktur Technik
2021/04

Verteilnetzbetrieb der Zukunft

Ohne Impulse keine Bewegung

Studien, Gutachten und Projekte sind sich einig: Der Stromnetzbetreiber muss sich weiterentwickeln, digitaler werden, smarter werden, agiler werden. Er muss – weil es auf Englisch noch besser klingt – zum DSO 2.0 werden, wenn nicht direkt 4.0 oder 8.0. Das klingt nach Revolution statt Evolution. Aber in diesem Dschungel an Buzzwords stellt sich doch eine sehr wesentliche Frage: Was heißt das ganz konkret? In welchen Themenfeldern ist der Transformationsdruck am höchsten? Mögliche Antworten finden Sie in unserem Impulspapier zum Verteilnetzbetrieb der Zukunft.

Spätestens mit dem neuen Klimaschutzgesetz, das höhere Klimaziele bis 2030 und Treibhausgasneutralität bis 2045 festschreibt, ist klar: Die Transformation des Energiesystems wird nochmals beschleunigt. Die erhöhten Ausbauziele für Erneuerbaren Energien, der Hochlauf der Elektromobilität und die Transformation des Wärmesektors führen weiterhin zu Herausforderungen für alle Akteure der Energiewende. Man stellt fest – die Welt bewegt sich.

Doch diese Umgestaltung des Energiesystems ist nur mit einer Transformation der Netzinfrastrukturen zu schaffen. Insbesondere in den Stromverteilnetzen werden durch den Wandel der Versorgungsaufgabe und die Änderung des Nutzungsverhaltens die Netzbelastungen weiter ansteigen. Neue Fähigkeiten als Netzbetreiber, zusätzliche Informationen und weiterentwickelte Betriebsmittel sind erforderlich, um einen zuverlässigen, sicheren und effizienten Betrieb weiterhin zu gewährleisten.

Wir möchten mit unserem Impulspapier zum Netzbetrieb der Zukunft, das Anfang Oktober veröffentlicht wird, Ideen für konkrete Entwicklungsfelder skizzieren, mit denen sich der Netzbetreiber aus unserer Sicht beschäftigen sollte, um sich zukunftssicher aufzustellen. Ausgehend von der aktuellen Situation der Netzbetreiber und den absehbaren ordnungspolitischen und technischen Entwicklungen werden notwendige und sinnvolle Entwicklungsbedarfe in 22 Themenfeldern adressiert, die wir mit Projektpartner*innen identifiziert haben. Der höchste Transformationsbedarf wird in den folgenden Bereichen gesehen:

  • Erweiterung des Werkzeugkastens für Netzplanung und Netzbetrieb
  • Robuste Zielnetzplanungen für die Netzentwicklung
  • Digitalisierung von Netzdaten bis zur Niederspannungsebene
  • Beobachtbarkeit wird bis zum Hausanschluss hergestellt
  • Erzeugungs- und Lastmanagement werden Standardkonzepte
  • Das SMGW wird die sichere Kommunikationsdrehscheibe für Messung und Steuerung
  • Prozessmanagement als Basis für unternehmensweite Optimierungen

Dabei ist der aktuelle Entwicklungsstand in der Landschaft der deutschen Verteilnetzbetreiber wie immer sehr heterogen – und während ein Denkanstoß für einen Akteur genau richtig sein kann, mag er für den anderen nicht passen. Wir hoffen mit unserem bunten Mix an Impulsen, Bewegung zu verursachen.

Ab Anfang Oktober wird das ausführliche Impulspapier verfügbar sein. Am 12. Oktober diskutieren wir die Inhalte in unserem Webinar „Impulse für den zukünftigen Netzbetrieb“ im Rahmen unserer Aachener Energiewochen“ mit Ihnen.


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