Organisation & Prozessmanagement
2020/04

Zwischen Fußwärmer und Doppelbett

Wann wird die Personaldecke (zu) gemütlich?

Für das aktuelle (2020 – Gas) und kommende Fotojahr (2021 – Strom) steht in vielen Unternehmen die Frage im Raum, wie eine angemessen große Personaldecke aussieht. Wird diese von der gefühlten Hochlast im technischen Bereich oder von dem Streben nach einer schlanken, hocheffizienten Darstellung gegenüber den Behörden bestimmt. Einerseits gelten die Personalkosten nicht als Risikoposten für die Kürzung, andererseits muss das Personal für einen dauerhaft effizienten Netzbetrieb so dimensioniert sein, dass ein angemessenes Verhältnis zwischen Arbeitsaufgaben und vorhandenen Kapazitäten besteht.

Die in den Controlling-Systemen vorhandenen Daten zum Personalaufwand orientieren sich in der Regel nach den Bedarfen der Behörden bzw. etablierter Berichtsroutinen. In diesen erfolgt die Schlüsselung von Personalaufwänden entweder nach den Sparten, Aufträgen oder Kostenstellen. Da die betriebliche Verteilung von Aufgaben aber häufig sparten-, auftrags- und kostenstellenübergreifend stattfindet, entsteht eine Unschärfe in diesen Betrachtungen. Gegenüber den Regulierungsbehörden mag diese Unschärfe manchmal hilfreich sein. In der sauberen Betrachtung dessen, welche Kapazitäten betrieblich vorhanden sind oder vorhanden sein müssten, wird dies eher zum Nachteil. 

B E T hat eine Methode entwickelt, um sparten- und funktionsbezogen Transparenz in ihre betrieblichen Aufwände zu bringen.  Mit dieser Form von Personalbenchmarking eröffnet sich die Chance, im Vergleich von Unternehmen nicht die viel zitierten Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sondern mit sauberen Daten zum betrieblichen Ist-Aufwand einen soliden Vergleich mit anderen Unternehmen zu ziehen. 

Wie kann das gehen?

Wir vergleichen in unseren Projekten die standardisierten Arbeitszeitanalysen von Unternehmen unterschiedlicher Größe und egalisieren die Unternehmen mit einer Strukturvariable, die drei wesentliche Netzstrukturkennzahlen vereint. Dies sind im Strom die versorgte Fläche, Anzahl der Einwohner und Entnahmemenge. Nach einer AKKUplus-Analyse inkl. Betrachtung der Wertschöpfungstiefe können für die Vergleichsunternehmen zum Beispiel Aussagen zum Aufwand für den Netzbetrieb Strom getroffen werden. Die Analysen bilden die Basis für die Diskussion von Verbesserungspotenzialen.

Die Anwendung dieses AKKUplus-Benchmarkings zeigt, dass die Personaldecke für den Betrieb häufig eher zu kurz als zu lang ist. Zur Aufrechterhaltung des Netzbetriebs mit den notwendigen Bereitschaftsorganisationen fehlen bereits heute an einigen Stellen Kapazitäten. Antizipiert man die demografische Entwicklung des Betriebs, wird deutlich, dass heute mehr denn je ein langfristiges, strategisches Personalmanagement notwendig ist. 


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