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06.02.2024 | Webmagazin 2024/01 § 14a EnWG, GNDEW und weitere

Wie eine erfolgreiche Umsetzung gelingen kann Leonie Söll | Dr. Sören Patzack | Ulrich Rosen | Leon Bücher
ulrich.rosen@bet-energie.de

Die Veröffentlichung der BNetzA-Festlegung zu § 14a EnWG markiert den vorläufigen Abschluss einer Reihe an neuen Gesetzen und Festlegungen, die die Digitalisierung der Netze betreffen. Die Branche steht nun vor der Herausforderung der Umsetzung – mit teilweise kurzen Fristen. Welche zentralen Fragen sollten Netz- und Messstellenbetreiber jetzt angehen, um gut aufgestellt zu sein?

Die neue Festlegung zum § 14a EnWG, das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW), die Neuerungen in den Marktkommunikationsprozessen (u.a. Universalbestellprozess) – zahlreiche Anpassungen des Ordnungsrahmens im Kontext der Digitalisierung der Energienetze stellen hohe Anforderungen an Netz- und Messstellenbetreiber. Die Neuerungen, die zu einem deutlichen Mehr an Daten und Aufgaben führen, müssen mit den verfügbaren Mitarbeiter*innen  und in beschränkter Zeit bewältigt werden. Damit wird es unverzichtbar, bei der Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen immer auch mögliche Effizienzpotenziale zu heben und Synergien zu nutzen. Dies wiederum kann nur gelingen, wenn aus den einzelnen Gesetzen und Festlegungen alle zentralen Vorgaben identifiziert, priorisiert und klare Maßnahmen abgeleitet werden. Dabei sind auch unternehmensspezifische Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, z.B. wie sich neue Softwarefunktionen und Datenströme ganzheitlich in die bestehende IT-Landschaft einfügen.
Zentrale Fragen sind daher u.a.:   

  1. Bis wann wird ein aktiver digitaler Zwilling für die Niederspannung benötigt und wo in der bestehenden IT-Landschaft ist dieser zu verorten?  
  2. Wo im Netz werden intelligente Ortsnetzstationen benötigt? Welche Ausstattungsmerkmale bezüglich Sensorik und Aktorik sind erforderlich?
  3. Welche Technikstrategie sollte im Hinblick auf die Steuerung und zukünftige Geschäftsmodelle für intelligente Messsysteme und Steuereinheiten gewählt werden?
  4. Welche Schnittstellen und IT-Systeme müssen erweitert oder neu implementiert werden und sind die erforderlichen Daten in guter Qualität verfügbar?
  5. Wie kann die gesamte Prozesskette vom Netzanschluss bis zur Abrechnung durchgängig digitalisiert werden?

Bei den zu treffenden Entscheidungen sollten jeweils die Auswirkungen auf die personellen und finanziellen Ressourcen beachtet werden. Hinsichtlich der Realisierung ist außerdem zu beantworten, was im laufenden Betrieb bearbeitet werden kann und wofür intern ein eigenes Teilprojekt erforderlich ist. Um final eine ganzheitliche Strategie einschließlich eines schlüssigen Zeitplans zu entwerfen, müssen die Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Maßnahmen konsequent mitgedacht und priorisiert werden. 
Am Beispiel der Rolloutstrategien von intelligenten Ortsnetzstationen und intelligenten Messsystemen wird dies deutlich: Letztere bestimmt die Steuerbarkeit von Verbrauchern, aber erst aus dem Zusammenspiel der jeweiligen Netzzustandsdaten ergibt sich die Beobachtbarkeit im Niederspannungsnetz. Die Rolloutstrategien sollten sich daher – neben der Erfüllung der gesetzlichen Pflichten – an den Anforderungen im Netz aufgrund von möglichen Engpässen orientieren und aufeinander abgestimmt werden.
BET begleitet Netz- und Messstellenbetreiber mit einem interdisziplinären Team bei der Erstellung einer individuellen Digitalisierungs-Roadmap für die erfolgreiche Umsetzung der neuen Anforderungen. Wir binden die vielen losen Enden der neuen Regulierung zu einem stabilen Digitalisierungsfaden zusammen, damit auch Ihr Verteilnetz Energiewende-ready wird.
 


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