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23.06.2022 | Webmagazin 2022/03 Drei Gründe, weshalb gerade EVUs neue Geschäftsfelder rund um digitale Infrastruktur vorantreiben sollten

Effizienz, Synergie und Wettbewerbsfähigkeit Dr. Peter Zink | Markus Hillmann
peter.zink@bet.energie.de

Energieversorger sind Experten für öffentliche Infrastruktur, gerade wenn sie als kommunales Unternehmen der direkte Ansprechpartner der Stadt sind und ihre Verantwortung über die Versorgung hinaus auch Entsorgung, Mobilität und weitere Felder umfasst. Dieser Trumpf lässt sich auch für die Zukunft ausspielen, wenn es um Aufbau, Betrieb und Vermarktung digitaler Infrastruktur geht. Hier geben wir Ihnen drei Gründe, warum Sie sich dieses Geschäftsfeld näher ansehen sollten, sei es z.B. als Breitbandanbieter, als Datendienstleister für Smart-City-Anwendungen oder auch als digitaler Infrastrukturpartner in Kooperationen.

  1. Die Energieversorgung muss digitalisiert werden und dies gilt auch für sonstige Tätigkeits-felder des EVU, um durch Effizienz kompetitiv zu sein und die zunehmende Komplexität kontrollieren zu können. Daher muss jedes EVU die digitalen Kompetenzen in seiner Belegschaft und mit Partnern aufbauen und sich auch um digitale Infrastrukturen für die eigenen Aufgaben bemühen, wie IT-Systeme, Rechenzentrumszugriff, Telekommunikationslösungen und IoT-Geräte zu Messung und Steuerung. Somit gibt es Kompetenz und Infrastruktur, die auch die Grundlage für weitere digitale Geschäftsfelder bieten, und Effizienz und Kompetitivität steigen, je breiter diese neuen Ressourcen genutzt werden.
     
  2. Das EVU kann Synergiepotenziale nutzen, die andere nicht haben und die über die Tatsache, dass man Kompetenz und Infrastruktur auch für die eigenen Aufgaben nutzt, weit hinausgehen. Kostspieliger Aufbau von Infrastrukturen, wie die Verlegung von Glasfaserleitungen, lässt sich mit Netzarbeiten anderer Sparten kosteneffizient kombinieren. Es gibt regulatorische Möglichkeiten, um Kosten für Aufbau und Betrieb von TK-Infrastruktur teils anrechenbar zu gestalten. Der kombinierte Zugriff auf Infrastruktur schafft ganz neue Möglichkeiten, wie z.B. die Nutzung von Straßenbeleuchtungsmasten als vermietete 5G-Antennenstandorte, wenn diese auch an das Glasfasernetz angeschlossen sind. Auch das Bündelangebot des kombinierten Strom- und Internetvertrags ist ein Synergiepotenzial.
     
  3. Stillstand ist Rückschritt, und wer nicht mit neuen digitalen Angeboten auf den Markt drängt, wird leicht von denen verdrängt, die Versorgungsangebote für Strom mit in ihr Portfolio aufnehmen. Sei es der Telekommunikations- oder Internetanbieter, der sich Bündelangebote erschließen möchte, indem er zukünftig auch als Stromanbieter auftritt, oder auch der Autohersteller, der seine E-Mobile in Kombination mit intelligent gesteuerten Ladelösungen und flexiblen Stromtarifen vermarktet und sich parallel den Markt für PV-Erzeugung und Heimspeicher erschließt. Ein EVU kann auch hier nur konkurrieren, wenn es selbst auf Basis digitaler Infrastrukturen neue digitale Geschäftsfelder erschließt.

Mehr zu diesem Thema: Smart City - digitale Infrastruktur


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