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21.09.2022 | Webmagazin 2022/04 Förder-Aus für Gasheizungen

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Energieversorger? Dr. Carsten Bode | Jörg Ottersbach
carsten.bode@bet-energie.de

Seit August ist klar: Gasbasierte Heizungssysteme werden gemäß BEG gar nicht mehr gefördert, und auch die Förderung für Biomasse-Heizungen wird deutlich unattraktiver. Der Fokus liegt jetzt eindeutig auf der Wärmepumpe. Was bedeutet dieser erneut beschleunigte Wandel für Ihr Versorgungsgebiet vor Ort?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG-EM) wurde zum 15. August 2022 angepasst. Dabei soll die Ausrichtung des Förderprogramms weg von gasbasierten Heizungstechnologien und verstärkt hin zur Wärmepumpe nachjustiert werden, um den Anforderungen für den Klimaschutz gerecht zu werden.

Förderung für Gasheizungen gestrichen, neue „Abwrackprämie“ für alte Gasheizungen
Die wohl entscheidendste Änderung ist die Streichung jeglicher Förderung für Gasheizungen, inklusive „Renewable Ready“-Gaskesseln, also Heizungen, welche perpektivisch mit grünen Gasen befeuert werden können, sowie Gas-Hybridheizungen, d. h. die Kombination von Gasheizungen mit Wärmepumpen. Damit soll der Neueinbau von Gasthermen weniger attraktiv werden. Zusätzlich zu dem bereits bestehenden Öl-Heizungstausch-Bonus gibt es nun einen Gas-Heizungstausch-Bonus, welcher zusätzliche 10 % Förderung garantiert und gilt, wenn die Gasheizung mindestens 20 Jahre alt ist und noch funktionstüchtig ist. Es gibt jedoch keinen Förderbonus für Gasheizungen, die jünger sind als 20 Jahre.

Außerdem wurde der Fördersatz für Biomasse-Heizungen auf 10 % stark reduziert und auch alle anderen Fördersätze, auch für Wärmepumpen, nach unten angepasst. Den höchsten Fördersatz von 25 % ohne Boni erreichen nun Wärmepumpen, Solarthermie, innovative Heizungstechnik, EE-Hybrid-Heizungen sowie Wärme- und Gebäudenetzanschlüsse. 

Zur Belohnung von Effizienz wurden effiziente Wärmepumpen bereits stärker gefördert, wobei dort die Jahresarbeitszahl das entscheidende Kriterium war. Dieser Mechanismus wurde nun vereinfacht und Wärmepumpen, die Wasser, Erdreich oder Abwasser als Wärmequelle nutzen, gelten nun als effizient und erhalten einen Bonus von 5 %. Somit können Wärmepumpen mit 40 % den höchsten möglichen Fördersatz (inkl. Heizungstausch-Bonus und Bonus für effiziente Wärmepumpe) erreichen. Vorher war durch die Kombination aller Boni eine Förderquote von 50 % möglich.

65 %-Vorgabe für den EE-Anteil im Wärmebereich verstärkt Dynamik
Durch diese angepasste Förderung und die noch konkreter auszugestaltende Vorgabe, dass ab 01.01.2024 jede neue Heizung die Wärme mindestens zu 65 % aus Erneuerbaren Energien erzeugen muss, kommt eine höhere Dynamik in den Wärmemarkt. Der Einbau von Wärmepumpen wird forciert und der Einbau von Gasheizungen erschwert, um langfristig die Emissionen im Gebäudesektor zu senken. Dies wird große Auswirkungen auf jegliche Energieversorger haben, sei es Gas-, Strom- oder Wärmenetzbetreiber oder der entsprechende Vertrieb. Deshalb ist es wichtig, die Implikationen dieser Regularien auf Ihr Versorgungsgebiet zu untersuchen.

BET-Tools ermöglichen Analyse des lokalen Wärmemarktes
Wir bieten Ihnen folgende Tools und Leistungen an: Mit dem KuTeK-Tool (Kunden-Technologie-Kombinationen) werden für Ihr Versorgungsgebiet typische Gebäude definiert. Als Eingangsparameter können dabei vorhandene Untersuchungen oder auch ein Wärmeatlas verwendet werden. Wenn kein Wärmeatlas vorliegt und die dafür notwendigen öffentlichen Daten verfügbar sind, können wir diesen Wärmeatlas auch für Sie erstellen. Diese Gebäudetypen werden mit verschiedenen Heizungstechnologien kombiniert und wirtschaftlich bewertet. Der Einsatz der BET-Energiemarktszenarien erlaubt dabei einen differenzierten Blick in die Zukunft mit verschiedenen Szenarien. Daraus lässt sich ableiten, welche Heizungstechnologie für welchen Gebäudetyp attraktiv ist, wie in der beispielhaften Darstellung gezeigt.

So wird der nötige Wandel weg von fossilen Heizungen hin zu diesen neuen Technologien aus rational-wirtschaftlicher Endkundensicht begründet und transparent dargestellt. 

Daraus lassen sich die Entwicklungen des Wärmemarktes als Ganzes bzw. auch GIS-basiert für einzelne Quartiere ermitteln, was durch rückläufige Mengen unmittelbare Konsequenzen hat auf das Gasnetz – aber auch auf das Stromnetz durch den erhöhten Leistungsbedarf durch Wärmepumpen. Dabei ist es wichtig, nach Möglichkeit eine spartenübergreifende Planung durchzuführen, um ein konsistentes Zielbild zu erhalten. Für den Vertrieb können dabei auch neue Geschäftsmodelle wie Wärmepumpen-Contracting entwickelt werden, um das rückläufige Gasgeschäft auszugleichen. Dabei unterstützt Sie BET gerne.


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