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28.04.2022 | Webmagazin 2022/02 Sichere Energieversorgung im Zeichen des Ukraine-Krieges

Mit dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine am 24. Februar 2022 hat sich die Lage der Energiewirtschaft in Deutschland, aber auch in ganz Europa dramatisch verändert. Schonungslos wurden geopolitische und unternehmensstrategische Fehleinschätzungen aus der Vergangenheit und die damit verbundene große Abhängigkeit der deutschen Energieversorgung von Kohle-, Erdöl- und Gasimporten aus Russland offenbar. Die neu gewählte Bundesregierung und allen voran Robert Habeck als Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz waren gezwungen, im Einklang mit den übrigen EU-Ländern schnell zu handeln und mussten dabei auch bisherige Grundüberzeugungen in Frage stellen. Die dramatischen Verwerfungen gerade im Bereich der Erdgasversorgung mit leeren Speichern, explodierenden Preisen und unabsehbaren Folgen für den Fall eines Boykotts russischer Erdgaslieferungen zeigen, wie wenig Politik und Energiebranche auf einen solchen Ernstfall vorbereitet waren und sind. 

Auch wenn die wirtschaftlichen Folgen für Privat- und Geschäftskunden, aber auch für die Stadtwerke selbst noch gar nicht absehbar sind: Die Menschen in der Ukraine benötigen weiterhin unsere vielfältige Hilfe! Sehr gerne haben wir u. a. die Initiative water4ukraine.demit Spenden der Kolleg*innen und BET unterstützt.

Wenn die vorstehenden Herausforderungen eines lehren, dann, dass nur eine massive Beschleunigung der Energiewende die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren und in Einklang mit den Forderungen nach mehr Klimaschutz bringen kann. Das sogenannte „BMWK-Osterpaket“ weist dazu in die richtige Richtung. 

Wir gehen daher in dieser Ausgabe unseres Webmagazins auf einzelne Aspekte des „BMWK-Osterpakets“ näher ein und speziell auf die geplanten Verbesserungen bei der PV-Vergütung, die Anreize zum Einbau von Wärmepumpen, die Anpassungen im EEG und BImSchG sowie auf die Konsequenzen für Energieversorger. Daneben werden grundsätzliche strategische Fragestellungen rund um die Modernisierung der Gasnetze und den deutschen Weg der Energiewende diskutiert. Dabei spielen IT-Systeme und zuverlässige Kommunikationswege eine entscheidende Rolle, um die Schutzbedürftigkeit der Infrastruktur gegen Cyber-Angriffe und das effiziente Zusammenspiel von vernetzten technischen Anlagen und vielfältigen Marktakteuren sicherzustellen.

Nicht zuletzt richten wir auch den Blick nach vorne und hoffen, dass wir viele von Ihnen nach über zwei Jahren mit coronabedingten Einschränkungen sowohl an unserem Stand auf der E-world in Essen (21. bis 23. Juni) als auch bei unserem Energieforum in Aachen (29. und 30. September) wieder persönlich begrüßen können.

Ich wünsche Ihnen eine spannende und informative Lektüre und hoffe, dass die aktuellen Entwicklungen und dramatischen Ereignisse uns den Weg zu einer nachhaltigeren Energieversorgung weisen.


Viele Grüße aus Aachen und Leipzig 


Ulrich Rosen
Partner


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