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28.04.2022 | Webmagazin 2022/02 Zukunft der Gasverteilnetze – was ist Ihre Strategie?

Nutzen Sie den Gasnetzgebietstransformationsplan (GTP) zur Entwicklung Ihrer eigenen Gasnetzstrategie Valerie Kelemen | Kevin Löer
valerie.kelemen@bet-energie.de

Deutschland soll bis 2045 klimaneutral werden. Das bedeutet eine Abkehr von fossilen Energieträgern hin zu grünen Gasen, u. a. Wasserstoff. Doch wie gut sind die Gasnetze darauf vorbereitet?

Das ist eine von vielen Fragen, auf die alle Gasverteilnetzbetreiber nach dem veröffentlichten Leitfaden zum Gasnetzgebietstransformationsplan (GTP) Antworten geben sollen. Die Erstellung eines GTP kann eine gute Basis für die Entwicklung einer eigenen Gasnetzstrategie sein.

Die aktuellen Änderungen im Klimaschutzgesetz schreiben Klimaneutralität bis 2045 vor. Auf der Bundesebene wird die Transformation der Gasnetze über das Osterpaket mit verschiedenen Maßnahmen beschleunigt. Beispielsweise müssen alle ab dem 01.01.2024 neu eingebauten Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Neue Biomethan- und neue KWK-Anlagen größer 10 MW, die Strom auf Basis von gasförmigen Brennstoffen gewinnen und nach dem 30. Juni 2023 nach Immissionsschutzgesetz genehmigt worden sind, müssen zum 1. Januar 2028 auf Wasserstoff umgestellt werden können. Zusätzlich haben bereits zahlreiche Kommunen ihre eigenen, individuellen Wärmekonzepte. Im Lichte dieser Entwickungen kommen viele Fragen auf: Wie hoch ist eigentlich der Gasbedarf in Zukunft? Wie gut sind Netze für die Verteilung von Wasserstoff geeignet? Wie hoch ist der Umbaubedarf? Welche Zukunft haben die heutigen Gasnetze? 

Mit diesen Fragen beschäftigen sich mehr als 45 Gasversorgungsunternehmen in enger Zusammenarbeit mit dem DVGW im Rahmen des Projekts „H2vorOrt“. Mit dem im März veröffentlichten Leitfaden zum Gasnetzgebietstransformationsplan für Verteilnetzbetreiber (VNB) werden alle Gasverteilnetzbetreiber aufgefordert, bis zum 30.06.2022 eine Einzelplanung zu erstellen, die jährlich aktualisiert werden soll. Für diese Einzelplanung sind Einspeise-, Kapazitäts-, Kunden- und technische Analysen durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Analysen bilden eine gute Basis, um eine eigene Gasnetzstrategie zu entwickeln.


Eine individuelle Gasnetzstrategie ist erforderlich, um die Transformation zu einer klimaneutralen Gasversorgung erfolgreich zu meistern und gleichzeitig „Stranded Investments“ zu vermeiden: Um die bestehenden Gasnetze nachhaltig zu erneuern und weiterzuentwickeln, ist eine Prognose der zukünftigen Versorgungsaufgabe notwendig. Leitungen und Anlagen müssen auf ihre Wasserstoffverträglichkeit und -funktionalität geprüft und ggf. umgerüstet werden. Ist in der Übergangsphase eine nicht konstante Beimischung von Wasserstoff geplant, sind eventuell ein Brennwertüberwachungssystem und neue Überwachungs- und Steuerungsmöglichkeiten erforderlich. Auf organisatorischer Ebene sollte Fachpersonal rekrutiert oder umgeschult sowie neue Prozesse und Geschäftsmodelle entwickelt werden.

Die Themenliste zur Erarbeitung einer robusten Gasnetzstrategie ist lang. Dennoch ist es wichtig, Fragen aktiv zu diskutieren und individuelle Handlungsschritte für die Umsetzung festzusetzen. Der Leitfaden zum Gasnetzgebietstransformationsplan gibt eine gute Orientierung für die Durchführung der Analysen, die die Basis für eine individuelle Strategie darstellen.

Benötigen Sie Unterstützung bei den Analysen des GTP oder der Strategiefindung für die Zukunft Ihres Gasnetzes – dann kommen Sie auf uns zu!

Gerne stehen wir Ihnen auch für einen persönlichen Austausch zu diesem Thema auf der E-world am 21. bis 23. Juni 2022 an unserem Stand zur Verfügung.

 

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Zukunft der Gasverteilnetze


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