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03.02.2022 | Webmagazin 2022/01 BET „Prosumer-Tool“ quantifiziert Flexibilitätspotenziale

Chancen von Flexibilität durch Wärmepumpen & Co bewerten Andreas Blumberg | Jörg Ottersbach
andreas.blumberg@bet-energie.de

Ob verstärkter Ausbau von PV-Anlagen, die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität  oder nicht zuletzt die steigende Elektrifizierung der Wärmeerzeugung durch Wärmepumpen – die Anforderungen werden durch neue Erzeuger, flexible Verbraucher sowie Energiespeicher besonders für Verteilnetze zukünftig steigen. Aus wirtschaftlicher Sicht eröffnen sich jedoch auch neue Möglichkeiten für Endverbraucher und EVUs. BET kann diese Potenziale durch ein „Prosumer-Tool“ quantifizieren. 

Die Aufgaben, vor denen Deutschland beim Klimaschutz steht, sind immens: Damit Deutschland seine Klimaziele erreichen kann, ist laut Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck eine Verdreifachung der Geschwindigkeit der Emissionsminderung nötig. Die dazu geplanten Maßnahmen für die Sektoren Strom, Gebäude und Verkehr zeigen dabei eines deutlich: Neue Erzeuger und flexible Verbraucher werden auf der einen Seite die Volatilität der Erzeugung und des Verbrauchs deutlich erhöhen – auf der anderen Seite stellen die „neuen“ Verbraucher neben Speichern große Chancen zur Flexibilisierung dar.

Europaweit sollen bis 2045 50 % des Wärmebedarfs von Gebäuden durch Wärmepumpen gedeckt werden, bis 2030 sollen alleine in Deutschland 15 Mio. vollelektrische Pkw das Straßenbild prägen und PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 200 GW installiert sein. Dabei wird erwartet, dass ein nicht unerheblicher Anteil dieser PV-Anlagen auf Privathäusern und Gewerbeimmobilien errichtet wird, die zunehmend als „Prosumer“ auftreten werden. In der Konsequenz werden sich zum einen die Anforderungen an die Verteilnetze durch diese neuen Erzeuger, flexiblen Verbraucher und Energiespeicher deutlich erhöhen, zum anderen ergeben sich dadurch besonders für EVU neue Geschäftsfelder für neue innovative Vertriebsprodukte.

Vor diesem Hintergrund hat BET ein Tool  entwickelt, welches diese Flexibilitäten bereits in frühen Phasen der Konzeptionierung auf Prosumer-Ebene abbildet und deren Einsatz stundenscharf simulieren kann. Das Tool berücksichtigt dabei verbrauchsspezifische Flexibilitäten für bspw. Wärmepumpen oder E-Autos und optimiert so deren Verbrauchskennlinien hinsichtlich zuvor gewählter Prämissen, wie z. B. feste Ladezeiten und Wärmespeichernutzung. 

Die Optimierung kann zum einen aus Sicht des Prosumers durchgeführt werden, wobei durch Abbildung von PV-Anlagen und Energiespeicher in der Regel der Eigenverbrauch des Prosumers maximiert werden kann. Zum anderen können die Verbrauchskennlinien des Prosumers auch hinsichtlich eines möglichst netzdienlichen Verhaltens optimiert werden. Um den Zusatznutzen innovativer Vertriebsprodukte (z. B. durch flexible und dynamische Tarife) bewerten zu können, ist es möglich, auch diese marktinduzierten Preissignale (bspw. Spot-Preise) abzubilden. So ist es möglich, den wirtschaftlichen Nutzen für den Endkunden und das EVU in frühen Marktphasen quantifizieren zu können.

Gerne stellen wir Ihnen das Tool unverbindlich vor.

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