BET Beratung für die Energiewirtschaft

Netzcontrolling für Strom- und Gasnetze
- Kernfunktion im strategischen Controlling eines Netzbetreibers

Das Netzcontrolling führt die Informationen aus dem strategischen Asset Management, dem Regulierungsmanagement und den anderen Detailplanungen zusammen und bereitet diese in einer integrierten Planung auf. Es berücksichtigt die besonderen Anforderungen des regulierten Geschäftes und überführt diese in die gesamtunternehmerische Steuerung. 

Langfristige Unternehmensplanung - DIE Kernfunktion im strategischen Controlling eines Netzbetreibers

Das Netzcontrolling führt die Informationen aus dem strategischen Asset Management, dem Regulierungsmanagement und den anderen Detailplanungen zusammen und bereitet diese in einer integrierten Planung auf. Es berücksichtigt die besonderen Anforderungen des regulierten Geschäftes und überführt diese in die gesamtunternehmerische Steuerung. 

Geschäftsfeld "gegulierter Netzbetrieb"

Das Geschäftsfeld „regulierter Netzbetrieb“ ist maßgeblich durch eine hohe Kapitalbindung und ein hohes Investitionsvolumen geprägt. Das Geschäftsrisiko dieses Bereiches ist gering, und insgesamt ist das Kapital über eine lange Zeit gebunden. Auch bedingt durch die Regulierung fallen die Renditen eher gering aus bzw. in einem Rahmen, den das Risikoprofil vermuten lässt.

Aufgrund der langfristigen Bindung des Kapitals ist der Fokus des Netzcontrollings auf einen längeren Zeitraum auszurichten und daher stärker durch Instrumente des strategischen Controllings geprägt. Insbesondere die Langfristplanung sowie Szenario- und Sensitivitätsanalysen sollten als Standard etabliert sein. 


  • Technische Bedarfe und Risikobewertung
  • Vorschläge zur optimalen Budgetverteilung gemäß der Wertevorgaben des Asset Owners
  • Transparente Darstellung der Auswirkungen von Budgetrestriktionen
  • Technische Steuerung der Umsetzung von Maßnahmen
  • Notwendige Gesamtbudgets nach Anlagengruppen


  • Regulatorisch/wirtschaftlichoptimale Budgets
  • Optimale zeitliche Verteilung der Investitions- und Aufwandsbudgets


  • Überführung strategische Ziele Koordination der Planung
  • Erstellung kfm. Eingangsdaten Finale Budgetfreigaben
  • Überwachung Budgetrestriktionen (Reporting & Analyse)
  • Kaufmännisches Monitoring und Steuerung der Umsetzung
  • Einleitenvon Gegenmaßnahmen bei Plan-Abweichungen
  • Durchführung sonstiger kfm. Analysen
  • Interne Beratung der Fachbereiche

Die strategische Planung umfasst dabei mindestens die Entwicklung der technischen Netzstruktur und aller relevanten Kosten- und Erlöspositionen der nächsten 20 Jahre. Für die Planung ist entscheidend, ob unter den geltenden und zukünftigen Rahmenbedingungen die eigenen Kosten durch die Erlöse gedeckt werden können und somit ein positiver Jahresüberschuss erwirtschaftet werden kann. 

Aspekte der strategischen Unternehmensplanung im Netzbereich

Die Auseinandersetzung mit der Planung dient zunächst dem Erstellen des Wirtschaftsplans. Jedoch kommen zu dieser alljährlichen Aufgabe weitere, zum Teil sehr individuelle Fragestellungen der Netzbetreiber hinzu, für die eine langfristige Planung fundierte Antworten für Ihre Entscheidungsfindung liefern kann:

  • Ausrichtung des Geschäftsmodells:Die Planung liefert zum Status quo vergleichbare Ergebnisse eines veränderten Geschäftsmodells. Daraus können Aussagen hinsichtlich der Effekte einer Veränderung abgeleitet werden.
  • Zeitpunkt der Investition: Maßgeblich für die zukünftigen Erlöse sind die heutigen Kosten. In Bezug auf Investitionen kann der Zeitpunkt relevant sein. Hier liefert eine Simulation die Entscheidungsgrundlage.
  • Enge Verzahnung mit der Technik: Aus den kaufmännischen Daten können nur Aussagen zu kaufmännischen Effekten erstellt werden. Aber wie korreliert das aktivierte Anlagevermögen mit dem physischen Anlagengerüst? Welche Erneuerungsrate kann tatsächlich mit einem festgesetzten Investitionsvolumen erzielt werden, und reicht dies aus, um der Versorgungsaufgabe gerecht zu werden?
  • Effekte der Kostenprüfung: Nachdem Sie in regelmäßigen Abständen die Kosten zur Prüfung bei den Regulierungsbehörden vorlegt haben, sind die Effekte der Ergebnisse der Kostenprüfung zu bewerten. Welcher Mindestwert der Kosten muss für ein tragfähiges Geschäftsmodell erzielt werden?
  • Aufwandsplanung: Neben der Frage, ob die Planung plausibel ist, muss beleuchtet werden,  welche der Kosten im Rahmen der Kostenprüfung anerkannt wurden und sich damit teilweise in den Erlösen wieder finden. Hiermit wird auch der Ansatz für Kostensenkungen zumindest voreingestellt, da die Kapitalkosten sich nur sehr langsam verändern lassen. Gleichsam stellt sich die Frage, wie Aufwendungen für Instandhaltung und Erneuerungsinvestitionen in Wechselwirkung stehen.
  • Verkürzung von Nutzungsdauern: Gerade im Hinblick auf das Gasnetz stellen sich eine Reihe von Fragen, die mit der integrierten Planung beantwortet werden können. So zum Beispiel, wie sich eine Verkürzung von kalkulatorischen Nutzungsdauern sowohl auf die Erlöse als auch die Ergebnisse auswirken.

Kennzahlen des Netzbetriebes für das Netzcontrolling

In der Berichterstattung und Abweichungsanalyse sind neben den üblichen Kennzahlen wie dem Ergebnis der Tätigkeit auch weitere Kennzahlen maßgeblich:

Einflussgrößen der Erlösseite:

  • Kapitalkostenabgleich
  • Abschätzung zum Regulierungskonto
  • Effekte aus dem Qualitätselement
  • Aktualisierung dauerhaft nicht beeinflussbarer Kostenbestandteile
  • Mengenentwicklung sowohl absatzseitig als auch einspeiseseitig

Einflussgrößen des Kostenseite:

  • Betriebsnotwendiges Eigenkapital und alle hierfür relevanten Eingangsgrößen und zudem eine Gegenüberstellung tatsächlich bilanzierter Größen und durch die Regulierung anerkannter Größen
  • Kalkulatorische Restbuchwerte des Sachanlagevermögens (Regulatory Asset Base) und Abschreibung in der Gegenüberstellung zu den handelsrechtlichen Größen
  • Gegenüberstellung der genehmigten Kosten und der tatsächlichen Kosten
  • Umlage des allgemeinen Bereichs auf die Tätigkeiten

Anhand dieser Größen kann neben das oben angeführte EBIT bzw. EBT auch eine Größe wie das regulatorische Mindest-EBIT gesetzt werden. Diese Größe beschreibt eine Zielvergabe für das Betriebsergebnis, welches erreicht werden kann, wenn alle regulatorischen Maßgaben in die handelsrechtliche Welt übersetzt werden. Anhand dieser Größe können Handlungsempfehlungen für einen steuernden Eingriff abgeleitet werden.

Des Weiteren sollte sich die Berichterstattung nicht allein auf reine kaufmännische Werte beschränken. Aufgrund des hohen Einflusses der Investitionen und der Wechselwirkung zur Instandhaltung sind eben genau diese Aspekte zu planen und entsprechend zu berichten. Dabei sind Umsetzungsgrad, Budgetverlagerungen und zur Verfügung stehende eigene und fremde Kapazitäten von Interesse.

STAR-Tool zur strategischen Positionierung in der Anreizregulierung

BET stellt mit dem STAR-Tool (Strategische Positionierung in der Anreizregulierung) ein seit 2008 vielseitig erprobtes Simulationstool für Ihre langfristige strategische Planung bereit: Das Excel-basierte Rechenmodell berücksichtigt alle kalkulatorischen, handelsrechtlichen und steuerlichen Aspekte, die durch die Anreizregulierung auf den Netzbetreiber wirken, und wird regelmäßig an die sich verändernden regulatorischen Rahmenbedingungen angepasst.

Gerne stellen wir Ihnen das aktuelle Tool zur Verfügung und begleiten Sie bei der Nutzung und Interpretation der Ergebnisse. Optimalerweise wird die Nutzung des Werkzeugs im Kontext einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit des Netzcontrollings überlegt.
 

Kontakt

Ihr Ansprechpartner

Michael Timm-Piske Leiter KompetenzteamControlling

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+49 341 30501-719

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